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D. H. Lawrence: Der Mann, der Inseln liebte

D. H. Lawrence: Der Mann, der Inseln liebte —

Auf der ersten Insel baut er sein eigenes Reich auf, er ist »der Herr«, der aufgeklärte Kolonisator, der sich kümmert, nur das Beste für seine Mitmenschen möchte und sein überlegenes Wissen weiterreicht. Doch er muss nach einem Jahr erkennen, dass sein Idyll einer aufgeklärten Gemeinschaft nicht funktioniert, zudem ruiniert ihn die Besiedlung der Insel finanziell und er verkauft sie wieder. … weiterlesen

Audre Lorde: Sister Outsider

Audre Lorde: Sister Outsider —

Audre Lordes Texte kreisen um die vielen Gesichter der Unterdrückung, denn auch sie musste die Erfahrung machen, dass es den Rassismus nach dem Civil Rights Act noch gab. Ebenso wenig war der Sexismus verschwunden. Die mannigfaltigen Proteste in den USA ebbten ab, Lorde aber sollte dem Kampf für die Freiheit aller ihr schriftstellerisches Leben widmen. In Briefen, Vorträgen und Texten adressierte … weiterlesen

Benedict Wells: Hard Land

Benedict Wells: Hard Land —

Man kann »Hard Land« als Hommage an das Coming-of-Age-Genre oder als hübsch arrangierten Flickenteppich aus Diebesgut verstehen. So lassen sich unübersehbare Anlehnungen an Werke wie Stephen Chboskys »Vielleicht lieber morgen« (engl.: Perks of being a wallflower) oder Christian Krachts »Faserland« vorfinden. Die Zutaten des Romans sind simpel. Man nehme: einen Außenseiter einer US-amerikanischen Kleinstadt der Neunziger, der sich mit ein … weiterlesen

Armin Strohmeyr: Ferdinandea

Armin Strohmeyr: Ferdinandea —

Der 15.7.1831 war ein ganz normaler Tag auf Sizilien, bis die braven Bürger Sciaccas draußen vor der Küste das Unvorstellbare beobachten. »Das Wasser schien zu brodeln. Hin und wieder schoss eine Fontäne empor und ging zischend nieder, während die Rauchsäule immer dicker wurde (…). Tote Fische trieben zu Tausenden umher, die Mäuler aufgerissen, die Augen stier ins Nichts gerichtet.« Was sich … weiterlesen

Marcel Raabe: Die letzten Stunden Walter Benjamins

Marcel Raabe: Die letzten Stunden Walter Benjamins —

Die »Skizzenbücher« sind, das bewies schon »Karstadt waren wir« von Olivia Golde, kleine Schatzkisten. Das liebevolle Design, dessen Kraft in dem Zusammenspiel zurückhaltender Schlichtheit, D.I.Y.-Charme und toller Typo (Gestaltung von Reymund Schröder) liegt, trifft in diesem neuen Buch auf einen der berühmtesten Cold Cases europäischer Denkgeschichte: Trottoir Noir-Verleger Marcel Raabe versucht in akribischer Quellenarbeit, die letzten Stunden Walter Benjamins nachzuvollziehen. Zur … weiterlesen

Bildungsreise – Folge 8: Ein Prinz aus Äthiopien

Bildungsreise – Folge 8: Ein Prinz aus Äthiopien —

Kennen Sie Asfa-Wossen Asserate? Den wahrscheinlich prominentesten »äthiopischen Deutschen« oder »deutschen Äthiopier« (neben Sara Nuru, der ersten Schwarzen Gewinnerin von »GNTM«)? In seiner Rolle als inoffizieller Kulturdiplomat hat er rund ein Dutzend Sachbücher verfasst, viele davon zu scheinbar deutschen Eigentümlichkeiten und zu äthiopischer Geschichte. Asserate schreibt für den deutschsprachigen Mainstream – in der Autobiografie »Ein Prinz aus dem Hause David« … weiterlesen

Michael Schweßinger und Marcel Schreiter: Bukarest

Michael Schweßinger und Marcel Schreiter: Bukarest —

Alles in Schwarz-Weiß, alles grau, alles eintönig. In dem Fotobuch »Bukarest. The City of good life« bieten selbst die Texte des Autors Michael Schweßinger nur wenig Trost. Der Leipziger Fotograf und Filmemacher Marcel Schreiter hatte 2016 seine Aufnahmen in der Hauptstadt im Rahmen eines Stipendiums des rumänischen Kulturinstituts gemacht. Und der Klappentext ist Programm: »Bukarest romantisch zu sehen, bedarf gewiss … weiterlesen

Violette Leduc: Thérèse und Isabelle

Violette Leduc: Thérèse und Isabelle —

Jeder Tag könnte der letzte sein im Internat irgendwo in Frankreich, wo Thérèse von ihrer Mutter »geparkt« wurde. Gemeinsam mit den anderen Mädchen putzt die Jugendliche Schuhe, isst in der Aula zu Abend und besucht den Unterricht, bis eines Nachts Isabelle an ihr Bett tritt. Innerhalb kürzester Zeit wird aus den beiden ein geheimes Liebespaar. »Thérèse und Isabelle« war eigentlich Teil … weiterlesen

Melissa Broder: Muttermilch

Melissa Broder: Muttermilch —

Es ist eine schlichte, zweckmäßige Sprache, in der die junge, zynische Amerikanerin Rachel von sich erzählt. In einem seelenlosen Los Angeles arbeitet sie in einer Agentur für Talente, die sie verachtet – so wie sich selbst. Es steckt viel Zeitgeist in Melissa Broders Roman, von der Upcycling-Glühbirne bis hin zum klassischen Problem des Großstädters: Zwänge, Süßstoff und Nikotinkaugummis. Eine Liste, … weiterlesen

Edit und »Tippgemeinschaft« in neuer Ausgabe

Edit und »Tippgemeinschaft« in neuer Ausgabe —

Auf den ersten Blick scheint alles wie immer: Die Studierenden des Literaturinstituts Leipzig bringen ihre »Tippgemeinschaft« (TG) heraus – die Anthologie, die Einblick ins Schreiben vieler junger Autorinnen und Autoren aus der Wächterstraße gibt und für einige von ihnen, die Herausgeber, eine Menge Arbeit bedeutet. Doch auf den zweiten Blick ist alles anders. Schon das Editorial verrät es: Überdruss! Lethargie! … weiterlesen